Quaggamuschel: Wupperverband will der Ausbreitung vorbeugen

Präventionsmaßnahmen an Talsperren

Quaggamuscheln im Möhnesee, Foto: Ruhrverband
Quaggamuscheln im Möhnesee, Foto: Ruhrverband

Pressemitteilung vom 12.05.2026

Invasive gebietsfremde Arten stellen in Zeiten klimatischer Veränderungen eine große Herausforderung in der Wasserwirtschaft dar. Sie etablieren sich in neuen Lebensräumen und ihre rasante Vermehrung und Ausbreitung kann unerwünschte Auswirkungen haben. Hierzu gehören u.a. die Verdrängung einheimischer Arten, hohe Kosten durch Nutzungseinschränkungen und das Risiko der Verbreitung von Krankheiten. 

Eine Art, die sich zunehmend in Deutschland ausbreitet, ist die Quaggamuschel. Sie gehört wie die ebenfalls gebietsfremde Zebramuschel zu den Dreikantmuscheln. Bislang wurde sie noch nicht in den Gewässern im Wuppergebiet nachgewiesen. Da sie aber in anderen Talsperren schon gefunden wurde, greift auch der Wupperverband dieses Thema vorsorglich auf. Denn die Prävention der weiteren Ausbreitung ist die wichtigste Maßnahme zum Schutz der Gewässer. Durch die Fachabteilung Limnologie des Wupperverbands werden in diesem Jahr Untersuchungen zur Früherkennung der Muschelart durchgeführt. 

Hinweise für Bürgerinnen und Bürger: Equipment reinigen

Außerdem weist der Wupperverband Bürgerinnen und Bürger auf die Thematik Quaggamuschel hin. Denn Freizeitgäste an den Wupperverbandstalsperren können einen wichtigen Beitrag leisten, um die Verbreitung der Quaggamuschel zu verhindern.

Dies betrifft insbesondere die Brauchwassertalsperren, an denen viele Freizeitaktivitäten stattfinden: Wupper-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre.

Sämtliches Freizeitequipment, das in Gewässern verwendet wird (wie Boote, SUPs, Angel- und Tauchausrüstung), sollte gründlich gereinigt und vor erneuter Benutzung vollständig getrocknet werden. Das gilt vor allem, wenn das Equipment in unterschiedlichen Gewässern verwendet wird.

 Bei der Reinigung sollen folgende Punkte berücksichtigt werden: 
•    Vollständige Entfernung von Bilgen-/Restwasser und Entleerung wassergefüllter Behältnisse
•    Gründliche Reinigung möglichst mit heißem Wasser (Empfehlung: mindestens 60 Grad Celsius)
•    Keine Reinigung in unmittelbarer Gewässernähe
•    Vollständige Trocknung über längere Dauer vor erneuter Benutzung (Empfehlung: einige Tage) 
Entsprechende Bestimmungen werden auch in die geltenden Wassernutzungsordnungen und Bestimmungen zur Fischereiausübung aufgenommen.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Wupperverbands zu finden: Quaggamuschel | Wupperverband

Hintergrundinfos zur Quaggamuschel

Die Quaggamuschel lebt vor allem in Seen und langsam fließenden Gewässern. Ursprünglich stammt sie aus dem Schwarzmeerraum. Seit einigen Jahren ist sie aber auch in europäischen Gewässern wie dem Bodensee etabliert und wurde u.a. bereits in Gewässern des benachbarten Sauerlands nachgewiesen. 

Die Quaggamuschel vermehrt sich besonders stark und kann extrem hohe Bestandsdichten bilden. 

Da die Quaggamuschel große Mengen an Plankton aus dem Wasser filtriert, wird anderen planktonfressenden Gewässerorganismen, wie z.B. einigen Fischen, die Nahrungsgrundlage entzogen. Das hat erhebliche Folgen für das ökologische Gleichgewicht. 

Die Muscheln können zudem technische Anlagen besiedeln und beispielsweise Entnahmevorrichtungen und Rohrleitungen verstopfen, was hohe Kosten zur Folge hat. 
Sobald sich die Muschel einmal im System etabliert hat, ist die Bekämpfung höchst aufwändig und kostenintensiv. Daher ist besonders wichtig, der Verbreitung vorzubeugen.

Für Menschen ist die Muschel ungefährlich. Die Trinkwasserqualität wird nicht beeinträchtigt.

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